







Bombs and Candies
Schauplatz war der ehemalige Schafstall auf dem Areal des 1128 gegründeten Benediktinerklosters, in dem bis heute ein Leitsatz gilt: „Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden das Erdreich besitzen.“ (nach Matthäus 5,5)
Hans Hermann Jansen von der Kulturstiftung Marienmünster stellte selbst die Frage, was Bomben, Waffen und bedrohliche Szenarien an diesem Ort wollen. Die Ausstellung rege zum Nachdenken an über „unser tägliches Brot“, das von Bildern und Medien voller Gewaltverherrlichung und Verniedlichung bestimmt sei. Die Werke seien „eine Provokation im doppelten Sinne: das Schöne ist nicht unbedingt gut, und dabei erscheint das Böse in schönster Verpackung.“
Die Werkgruppe war erstmals 2010 in der Galerie Rabouan Moussion in Paris zu sehen, danach u. a. in Toronto, Mailand, Berlin, Hongkong und New York. In Marienmünster stand sie als Kontrapunkt zu den Droste-Hülshoff-Pavillons, die Themen der Romantik erlebbar machten.
Zum Rahmenprogramm gehörte eine „Bach-Nacht“, nach der auf dem Feld vor dem Kloster eine überlebensgroße Kalaschnikow aus Stroh in Flammen aufging. Bazon Brock, in dessen Berliner Denkerei die Werkgruppe 2012 gezeigt worden war, sah darin eine Inszenierung „wie für die Jesuitenbühne“, im Geist des barocken Theaters, das seine Botschaft über große, drastische Sinnbilder vermittelte.




